Freitag, 1. November 2013

Die Alte Sitte des Urglâwen


Die Alte Sitte des Urglâwen im Jahreskreis

Unsere heidnischen Vorfahren trennten das Jahr in eine lichte und eine dunkle Jahreshälfte. Dieses duale Prinzip findet sich vielfach in der männlichen Göttergestalt des Sonnen/Totengottes wieder. So auch beim germanischen "Tuisto", dessen Name "zweifach" bedeutet und nicht nur auf sein "zwitterhaftes" Wesen deutet sondern auch auf diese beiden Eigenschaften von Leben und Tod. Diese komplexe Mythologie sehen wir auch im Nikolausbrauchtum wieder. Nikolaus ist der Künder des Lebens, schenkt Nüsse und Früchte (Symbol für das Leben). Krampus oder "den Houséker" auf fränkisch/luxemburgisch (Housékerbok) steht mit seinem schwarzen Wesen für den Tod. Er überbringt daher nur ein dürrer Zweig (=Rute = Symbol für Tod, aber auch für Reinigung). "Bok" bezieht sich auch auf Bock und verweist auf das Totemtier des indogermanischen Hammergottes. Der Bock ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und sexuelle Lust. 



Winterzeit:
Am 31. Oktober/01. November ist das Totenfest: Am Vorabend dieses Festes das von Kelten und Germanen gleischermassen begangen wurde, entzündeten unsere Vorfahren ein grosses Nothfeuer. Eine Ahnen Gedenkminne (Minnetrunk/Blot) wurde in familiärer Runde getrunken. Die Ruhestätte der Verstorbenen Sippenangehörigen werden geschmückt. "Trauliichter" werden aufgestellt. Traulichter sind ausgehöhlte Rüben die böse Geister vertreiben sollen und den Toten den Weg in die Anderswelt zeigen sollen.

11. November: Festessen der Sippe. Eine Gans (Martinsgans) wird geopfert und gemeinschaftlich verzehrt. Die Gans ist in der Mythologie der Totenvogel der die Sonne ins Erdreich hinabnimmt. Nothfeuer werden angezündet, der Sommer verbrannt. Es ist der Tag des Winteranfangs. Bei unseren Vorfahren gingen diese Feste immer Länger so dass wohl ab dem 1. November eine ganze Festagsreihe begangen wurde, wovon heute nur noch zwei Tage bekannt sind an denen wir uns den Traditionen widmen können. Üblich ist auch nach Überlieferung der Martinsminnetrunk zu Ehren der Götter und aller Ahnen.

4. Dezember: Tag der Wintermatrona. Schneiden von Barbarazweigen. Blotritus und Opfern von Flachs und Werk.
6. Dezember: Tag aller Kinder. 
21. Dezember: Verbrennen der "Bûche"; schneiden von Immergrün um die Türschwellen zu schmücken. Minnetrunk auf die Wiederkunft der Sonne...
24. Dezember: Weihnächte: Tag aller Mütter => Matronentag; Geburt der Sonne
25. Dezember
26. Dezember: Stephansminne zu Ehren aller Mitglieder der Sippe und Bitte um Schutz für die kommenden Rauhnächte.
6. Januar: Bokelâf = Perchtenlauf; Backen und Verteilen von Segensbroten, Segnung von Haus und Hof und der Familie.
Februar: Lichtmessbräuche und am Burgsonntag: Grosses Nothfeuer zu Vertreibung des Winters.


Sommerzeit

17. März: Gertrudsminne: Segenstrunk für den kommenden Sommer, Wünsche und Ziele werden für das neue Jahr festgelegt. Gertrude ist die Frühjahrsmatrona. Sie gilt als Vorbotin des Sommers und als künftige Braut der Sonne. (Zant Gertraud éicht Summerbraut; alter Bauernspruch)
19. März: Vogelhochzeitstag. Vögel als Vorboten des Sommers. An diesem Tag bemalen die Mitglieder der Gemeinschaft der Eier und singen gemeinsam die alte Vogelhymne der heiligen Hochzeit der Natur.
21./22. März: Jofferdâg. Frühlingstag und Nachtgleiche an denen wir die jungfäuliche Erde ehren und ihr Eier und Hase opfern.
1. Mai: Hohe Zeit/ heilige Hochzeit der Juffer und des Sonnengemahls das den Sommer einleitet.
Minnetrunk (Blot) mit dem traditionellen Maiwein. Binden von Kränzen, aufrichten des Maibaums. Nothfeuer anzünden.

24. Juni: Sommersonnwende. Sonnenwendfeuer, Gebildegebäck, Minne/Blot, rituelle Maskentänze (Veitsdanz)
15. August: Krautweihe = Krautwëschdâg: Binden von Kräuterwischen und Segnung von denselben so wie Segnung der Familie und des Hauses. Die Kräuter, Früchte und Ähren sind die grünen Kinder die aus der heiligen Hochzeit hervorgingen. Das Leben wird gefeiert.

29. September: Mêchelsdâg: Michealsminnetrunk / Blot an Allfadir. Danksagung an alle Gaben der Erde (Erntedankfest)

Alle Feste und Bräuche wurden hier nach der Überlieferung des Volksbrauchtums wiedergegeben. Die christlichen Bezeichnungen spielen nur dem Namen nach eine Rolle. Alle Bräuche werden nach alter germanisch/heidnischer Sitte abgehalten.

Wichtige Abläufe sind:

- schmücken des "Altars"
- darbringung von Opfern (Früchte, Wein, Bier, e.t.c)
- Blot
- ritueller Umtrunk (Minne)
- Gemeinsames verspeisen der Opfergaben


 

Samstag, 29. Dezember 2012

Kommende Treffen und Rituale

Nach dieser schönen Julzeit treffen wir uns am 6. Januar zum Janustag um dort das wiedererstarken der Sonne nach altem Brauch zu feiern. Treffpunkt ist wie immer der Umgehungstempel in Lellig.